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Schüler bauen selbst am Pausenhof

14.10.2016 | Von Sarah Benkißer | Jugendhilfe

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Bei der Neugestaltung ihres Pausenhofs legten die Schüler aus dem Martinshaus Kleintobel selbst Hand an. / Foto: Sonja Friedel (Die Zieglerschen)

Das Beteiligungsprojekt „Gemeinsam bauen für alle“ im Martinshaus Kleintobel der Zieglerschen hat die nächste Stufe erreicht: Das Baumhaus auf dem Pausenhof der Schule wurde erweitert und um eine Hütte ergänzt. Das Besondere daran: Die Schüler des Martinshauses haben die komplette Anlage selbst mit geplant und packen auch bei der Umsetzung kräftig an. Finanziert wird das Projekt aus Spenden, insbesondere von der TD Erwerbergesellschaft aus Markdorf, dem Deutschen Kinderhilfswerk, der Kreissparkasse Ravensburg und der Krumbach Familienstiftung.

Was da in einer Ecke der Mensa des sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums Martinshaus Kleintobel steht, sieht auf den ersten Blick aus wie ein ganz normales Projekt aus dem Kunstunterricht: Auf drei Holzplatten haben Schüler aus Pappröhren, Holzstöckchen, Papier und Moos Abenteuerlandschaften mit Baumhäusern, Höhlen und Klettergeräten gebastelt. Doch draußen auf dem Pausenhof bearbeitet Jonas Hermann gerade mit einer echten Schleifmaschine lange Holzpfähle, die aussehen, als ob sie dazu dienen könnten, eben diese Abenteuerlandschaft „in Echt“ zu bauen. Und genauso ist es auch: Schüler, Lehrer, Erzieher, Eltern und einige Nachbarn der Jugendhilfeeinrichtung in Kleintobel (Berg) haben tatsächlich – unter professioneller Anleitung der Firma KuKuk aus Stuttgart – die Spiel- und Bewegungslandschaft für den Pausenhof selbst geplant und haben nun die zweite Bauphase umgesetzt: eine Hütte und einen zweiten Aufgang zum dem Baumhaus, das im vergangenen Jahr eingeweiht worden war.

Jonathan Hörster, Geschäftsführer in der Jugendhilfe der Zieglerschen, ist von dem Projekt überzeugt: „Das Projekt „Gemeinsam bauen für alle“ verbindet auf einfache, aber geniale Weise verschiedene Ebenen miteinander“, erklärt er. „Unsere Schüler haben sich einen attraktiveren Pausenhof gewünscht, den bekommen sie nun. Dabei sind sie selbst an der Konzeption und der Umsetzung intensiv beteiligt. Und sie nehmen durch das Gemeinschaftsgefühl, die Frustrationserlebnisse und die Erfolgsmomente, die ein solches Projekt mit sich bringt, extrem viel für ihre Persönlichkeitsentwicklung mit.“ Diese „Selbstwirksamkeitserfahrungen“ seien sind ganz zentrale Bausteine in der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen des Martinshaus Kleintobel, so Jonathan Hörster.

Insgesamt 40 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren, die aufgrund von Problemen in der Schule oder zu Hause das Martinshaus Kleintobel der Zieglerschen besuchen, sind bei dem Beteiliungsprojekt „Gemeinsam bauen für alle“ dabei. Begleitet und angeleitet werden sie von der KuKuk GmbH aus Stuttgart, die auf die Planung und Gestaltung von Spielplätzen, Erfahrungsräumen und Erlebnisaußenanlagen spezialisiert ist. „Die Beteiligung der Schüler stand von Anfang an im Fokus. Sie haben mit ihren selbstgebauten Modellen die Vorlage für die Konzeption geliefert,“ erläutert Daniel Murr, Konrektor und zuständiger Projektleiter im Martinshaus Kleintobel. Auch die Arbeiteinsätze wie jetzt für den zweiten Bauabschnitt werden gemeinsam mit den Schülern geplant. „Unsere Projektpartner von KuKuk sorgen dabei für die professionelle Steuerung und natürlich auch die Einhaltung der Sicherheitsstandards. In der konkreten Ausgestaltung aber können die Kinder und Jugendlichen ihre Ideen einbringen und mitbestimmen, z.B. bei der Farbgestaltung. Somit ist das Beteiligungsprojekt ein riesiges pädagogisches Lernfeld und für unsere Schüler hier, die in ihrem Leben schon viele Beziehungsabbrüche, schwierige Situationen und persönliche Misserfolge durchstehen mussten, immens wichtig. Wir sind deshalb besonders dankbar, dass so viele Menschen das Projekt mit Spenden oder ehrenamtlichen Arbeitsstunden unterstützen.“

Das insgesamt rund 100.000 Euro teure Projekt muss die Jugendhilfeeinrichtung der Zieglerschen rein aus Spenden finanzieren. Die Hauptunterstützer des Projekts sind neben Klaus Collmann von der TD Erwerbergesellschaft Markdorf das Deutsche Kinderhilfswerk, die Sparkasse Ravensburg und die Krumbach Familienstiftung. Und wie geht es weiter? Es seien noch zwei weitere Bauabschnitte geplant, erklärt Daniel Murr und sagt: „Besonders freuen wir uns auf den Hangelwald und die Kletter- und Bewegungslandschaft, mit deren Bau wir im November anfangen wollen.“

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