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Kultur als Begegnung von unterschiedlichen Menschen - Auch 2017 engagieren sich wieder Künstler für die Vesperkirche Ravensburg

03.01.2017 | Von Harald Dubyk | Die Zieglerschen

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Zwei von vielen Künstlern in der Ravensburger Vesperkirche 2017 - Das Maulart-Kabarett

Künstler aus der Region und Vesperkirche – das ist inzwischen zu einer engen wie erfolgreichen Verbindung geworden. Wenn am 24. Januar 2017 die mittlerweile neunte Vesperkirche im Schussental in der evangelischen Stadtkirche in Ravensburg ihre Pforten öffnet, dann startet auch wieder das begleitende Kulturprogramm. Das bewährte Motto seit Jahren: Kultur – offen für alle! Künstler – darunter so bekannte Namen wie Wolfgang Engelberger, Barny Bitterwolf oder Uli Boettcher - verzichten auf ihre Gage, die Organisatoren des Spendenprojekts Vesperkirche auf einen Eintrittspreis. Aber warum tun die Künstler das?

Barny Bitterwolf ist der Vesperkirche in Mitten seiner Heimat Oberschwaben schon seit Jahren eng verbunden. 2016 engagierte sich der der Musiker und Autor als Schirmherr der Vesperkirche Weingarten, zudem trat er in den vergangenen Jahren immer wieder in unterschiedlichen Formationen in der Vesperkirche auf. 2017 nun erneut. Mit seiner Formation „Schwobakäpsele" gehen er und vier weitere Künstler am 5. Februar dem Oberschwäbischen in unterschiedlichen Facetten auf den Grund.

„Uns geht es so gut, wie noch keiner anderen Generation zuvor. Trotzdem tut sich eine Schere in unserer Gesellschaft auf", sagt Bitterwolf. Diesen Blick auf die Gesellschaft gelte es zu weiten und nicht nur auf das eigene Umfeld zu richten, „sondern auch denen unter die Arme zu greifen, die am Rande der Gesellschaft leben". Für Bitterwolf gebe es kaum eine bessere Möglichkeit, in einem geschützten Raum wie ihn die Vesperkirche bietet, Menschen aus Parallelgesellschaften zu begegnen. „Nicht jeder kann sich die Eintrittspreise zu den Kulturveranstaltungen in den etablierten Kleinkunst- und Konzerthäusern leisten. Die Zusammensetzung des Publikums und die Reaktionen auf das Kulturprogramm in der Vesperkirche sind für mich eine bereichernde Erfahrung", begründet der Künstler aus Haisterkirch sein Engagement für die Vesperkirche.

Alois Fischer ist Obmann des Kreisverbandsseniorenorchesters Ravensburg. 2016 meldete sich der Bodnegger erstmals zur ehrenamtlichen Mitarbeit in der Vesperkirche. „Nach dem Besuch der Vesperkirche war ich angetan von dem großartigen Engagement, der Hilfsbereitschaft und die überaus freundliche Atmosphäre der vielen Helfer", sagt Fischer. Am 1. Februar nun tritt er mit dem Kreisverbandsseniorenorchester in der Vesperkirche auf. Über 70 Musiker werden dann stimmungsvolle Blasmusik zum Besten geben. „Für mich ist das ein sozialer und christlicher Beitrag, in der heutigen, ach so egoistischen Welt", bemerkt Fischer, der auch 2017 wieder als Ehrenamtlicher in der Vesperkirche mitarbeitet.
Für Marcus Hartmann aus Wangen ist das Kulturprogramm der Vesperkirche auch eine schöne Gelegenheit, Menschen und Musik näher zu bringen. Mit dem Konzert des Oberschwäbischen Kammerorchesters am 7. Februar engagieren sich Dirigent Hartmann und seine Musiker schon seit Jahren für die Vesperkirche. „Zum ersten Mal hatten wir 2014 in der Vesperkirche gespielt. Ich bin darauf aufmerksam geworden, als ein Orchestermitglied in einer Probe anfragte, ob das Orchester für die Vesperkirche spielen könnte?", erzählt Hartmann. Unter allen Mitspielern fand das sofortige Zustimmung. „Seit diesem Zeitpunkt spielen wir nun jedes Jahr ein Konzert im Rahmen der Vesperkirche. Übrigens gehen auch bei uns alle Spendeneinnahmen komplett zu Gunsten der Vesperkirche - selbst unsere Solisten spielen ohne Gage."
MaulArt und Wolfgang Engelberger – beides gehört schon seit Jahren zusammen. Viele tausend Menschen aus unterschiedlichen Generationen hat er schon zum Lachen und Nachdenken gebracht. Am 27. Januar tut er das wieder, gemeinsam mit seinem Bühnenpartner Siege Schock. Warum Vesperkirche? „Die Begegnung mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Hautfarbe ist sonst kaum möglich. Der Gedanke, Menschen zum Lachen zu bringen, die sonst im Leben nicht viel zu lachen haben, ist für Comedians und Kabarettisten sehr reizvoll", sagt Engelberger, der schon seit vielen Jahren regelmäßiger Gast der Vesperkirche ist.

Wer die Vesperkirche Ravensburg unterstützen möchte kann dies unter folgender Bankverbindung tun: Evangelische Bank eG, IBAN DE26 5206 0410 0000 5554 44, Stichwort Vesperkirche 2017. Mehr Informationen unter www.vesperkirche-ravensburg.de.

Kultur – offen für alle
Am 25. Januar eröffnet der Gospelchor „Opus C" das Kulturprogramm der Vesperkirche 2017. Bereits am 27. Januar folgt das Kabarett „MaulArt" mit seinem Programm „Basst scho!". „Bachchor" und „Brassband Oberschwaben-Allgäu" überraschen am 29. Januar mit einem gemeinsamen Aufritt. „So klingt's bei uns Senioren" lautet das Programm des Kreisverbandsseniorenorchesters Ravensburg (1. Februar). Klassik gibt es am 3. Februar mit der Formation „Trio-o-Colore". Am 4. Februar dann tritt der Schirmherr der Vesperkirche 2012 mit seinem Soloprogramm „Keine Ahnung" auf. Barny Bitterwolf tritt am 5. Februar mit seinen Bühnenkollegen Marlies Grötzinger, Hugo Breitschmid, Paul Sägmüller und Hardy Berchmann als Schwobakäpsele auf. Das Oberschwäbische Kammerorchester unter der Leitung von Marcus Hartmann gastiert am 7. Februar in der Vesperkirche. Am 10. Februar ist gemeinsam mit der Ravensburger Kinderstiftung großer Kindertag in der Vesperkirche mit viel Programm und Filmvorführung in der Kirche. Am Abend dann gibt es noch einen Film für erwachsene Kinoliebhaber. Mehr Informationen zum Kulturprogramm gibt es unter www.vesperkirche-ravensburg.de/kultur.

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