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Zur EM gibt’s „Jogis Jungs“ in Gebärden

09.06.2016 | Von Ulrike Jansen und Sarah Benkißer | Behindertenhilfe

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Gemeinsam mit gehörlosen Fußballfans aus ganz Deutschland hat die Redaktion der Mühlezeitung zur EM in Frankreich Namensgebärden für die deutschen Nationalspieler entwickelt.

Zur Fußball-EM gibt die „Mühlezeitung“ der Zieglerschen in Kooperation mit der Aktion Mensch, dem Deutschen Fußballbund (DFB) und dem Deutschen Dachbandverband Deaf Fanclubs (DDDF) ein Poster mit den Namen der deutschen Nationalspieler in Gebärden heraus. Gefördert wurde das Projekt außerdem von der Johannes-Ziegler-Stiftung und dem Förderkreis Behindertenhilfe der Zieglerschen.

Die Redakteure der »Mühlezeitung«, einer Schülerzeitung von und für Menschen mit geistiger Behinderung und gleichzeitiger Hör-Sprachbehinderung, haben die Namensgebärden gemeinsam mit dem DDDF erarbeitet. Im DDDF haben sich die Fanclubs gehörloser Fußballfans zahlreicher deutscher Vereine zusammengeschlossen. Bei der Übersetzung von Lautsprache in die Namensgebärden flossen Name, Aussehen, Spielposition oder Eigenheiten der Kicker ein. Manuel Neuer erklärt sich anhand der Gebärde für neu. Thomas Müllers positive Ausstrahlung und sein Hang zu Faxen wird mit der Gebärde für Lachen gezeigt.

Die Redaktion der »Mühlezeitung« benutzt üblicherweise die in ihrer Einrichtung entwickelte Sammlung »Schau doch meine Hände an«. Diese Gebärdensammlung ist jedoch nicht mit der Deutschen Gebärdensprache (DGS) vergleichbar. Die DGS, mit der schwerhörige oder gehörlose Menschen kommunizieren, ist eine vollwertige, anerkannte Sprache. »Schau doch meine Hände an« dagegen wird ohne Grammatik oder Satzstellung in der Unterstützten Kommunikation (UK) begleitend zur Lautsprache verwendet: Sie erleichtert Menschen mit einer geistigen Behinderung und Sprachentwicklungsverzögerungen die Kommunikation. Durch die Kooperation der auf UK spezialisierten Zieglerschen mit den DGS sprechenden gehörlosen Fußballfans des DDDF ist mit dem neuen Poster zur EM nun ein gemeinsamer Vorschlag zur einheitlichen Kommunikation über das Thema Fußball entstanden.

Für die Zieglerschen fällt das Erscheinen des Gebärdenposters in ein besonderes Jahr, denn die Haslachmühle feiert 2016 ihr 50-jähriges Bestehen als Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Ihre Geschichte ist eng mit der Entwicklung der Gebärden verwoben. So hatten die ersten Lehrerinnen und Lehrer in der Haslachmühle kaum Möglichkeiten, um mit den Schülern mit geistiger Behinderung und gleichzeitiger Hör-Sprachbehinderung zu kommunizieren. Darum entwickelten sie bereits Ende der 60er Jahre die einfache Gebärdensammlung »Schau doch meine Hände an«, die 1971 – damals noch unter anderem Titel – im Eigenverlag erschien. Die DGS entstand wenige Jahre später, z.T. unter Mitwirkung der Pioniere aus der Haslachmühle.

Das EM-Poster ist unter www.aktion-mensch.de/bildungsservice kostenlos erhältlich. Wer die »Mühlezeitung« finanziell unterstützen möchte, kann die EM-Poster auch für einen Unkostenbeitrag von 5 Euro (zzgl. Versand) direkt bei den Zieglerschen erwerben: im Onlineshop oder per Mail an presse@zieglersche.de oder telefonisch (Mo-Do) unter 07503 929-259.

Mehr Infos zum Projekt gibt's hier in unserer »Mühle-Arena«.

 

(zum Vergrößern des Bildes bitte anklicken)

Wir danken den Projektpartnern, Unterstützern und Förderern, die dieses Projekt ermöglicht haben:

» Deutscher Fußballbund (DFB)
» Deutscher Dachverband Deaf-Fanclubs (DDDF)

» Aktion Mensch
» Förderkreis Behindertenhilfe der Zieglerschen
» Johannes-Ziegler-Stiftung

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