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Selbstvertreter übergeben Sozialminister »Bodensee-Deklaration« für mehr Teilhabe

28.06.2016 | Von Fabienne Schnurr / Sarah Benkißer | Behindertenhilfe

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Weltpremiere: Erstmals haben Selbstvertreter aus drei Ländern eine gemeinsame Deklaration für mehr Teilhabe erarbeitet. Die »Bodensee-Deklaration« wurde in Überlingen u.a. an Sozialminister Manfred Lucha übergeben. / Foto: privat

Unter dem Motto »Nichts über uns ohne uns« trafen sich am 21. Juni elf Selbstvertreter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Rahmen der Überlinger Aktionswochen zur »Teilhabe von Menschen mit Behinderung« – unter ihnen auch zwei Kundinnen der Ambulanten Dienste der Zieglerschen. Gemeinsam haben sie Forderungen zu den Bereichen Mitbestimmung und Mitentscheiden, Politische Teilhabe, Barrierefreiheit und Bewusstseinsbildung formuliert. Herausgekommen ist die »Bodensee-Deklaration«, die beim Abschlussfest der Aktionswochen unter anderem an den baden-württembergischen Sozialminister Manfred Lucha übergeben wurde.

Schon die Einleitung der Bodensee-Deklaration ist aussagekräftig: »Wir werden immer mehr vom Rande der Gesellschaft in die Mitte rücken. Wir machen das, indem wir uns aktiv in die Gesellschaft einbringen. Um das zu ermöglichen, fordern wir Barrierefreiheit, Assistenz und Unterstützung. Die Barrieren sollen nicht nur bei Straßen und Gebäuden, sondern auch in den Köpfen fallen!« Dies fordern die elf Selbstvertreterinnen und -vertreter mit Behinderung aus drei Ländern in ihrer Deklaration und konkretisieren ihre Forderungen entsprechend: Wahlprogramme in Leichter Sprache, Sitz und Stimme in Vorständen von Organisationen sowie barrierefreie Städte und Wohnungen lauten die Wünsche der Selbstvertreter. Dass es mit Forderungen allein nicht getan ist, sondern auch die Menschen mit Behinderung selbst initiativ werden wollen, verdeutlicht zum Beispiel diese Aussage: »Wir hoffen, dass sich Menschen mit Behinderungen dafür entscheiden als Politikerinnen und Politiker tätig zu sein.«

Die Bodensee-Deklaration wurde im Rahmen des »Mittendrin-Festes«, das als Abschluss der Aktionswochen gefeiert wurde, auf dem Landungsplatz in Überlingen verlesen und an Sozialminister Manfred Lucha, Landrat Lothar Wölfle, den stellvertretenden Oberbürgermeister von Überlingen, Günther Hornstein, und an die Kreisbehindertenbeauftragte des Bodenseekreises, Dorothea Horn, überreicht.

Zwei der Selbstvertretenden, die an der Bodensee-Deklaration mitgewirkt haben, sind Kundinnen des Büros für ambulante Dienste der Zieglerschen in Friedrichshafen-Kluftern. Die Ambulanten Dienste der Zieglerschen bieten Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen in den drei Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und im Bodenseekreis vielfältige Beratungs-, Unterstützungs- und Freizeitangebote. Im Büro in Friedrichshafen-Kluftern, das von der Aktion Mensch gefördert wird, beraten Fabienne Schnurr und Martina Knebel zum Persönlichen Budget, zum Familienunterstützenden Dienst, zu Freizeit- und Reiseangeboten sowie zum Betreuten Wohnen in Familien und zum Ambulant Betreuten Wohnen. Erreichbar sind sie unter Telefon: 07544 95194-91 oder per Email: ambulante.dienste-fn@zieglersche.de.

Hier gibt's die Bodensee-Deklaration im Original-Wortlaut zum Download:
» Bodensee-Deklaration

Zwei Presseberichte über die Bodensee-Deklaration finden Sie hier:
» Südkurier | 21.06.2016 | Premiere: Behinderte verfassen gemeinsame Deklaration

» Südkurier | 26.06.2016 | Aktionstag »Mittendrin«: Selbstbewusst in eigener Sache

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