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Politik kann auch leichte Sprache

19.07.2017 | Von Andrea Geßler | Behindertenhilfe

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Wilhelmsdorf/ Aulendorf- In der vergangenen Woche haben zwei Veranstaltungen zum Thema „Politik in leichter Sprache“ in Wilhelmsdorf im Bürgersaal und in Aulendorf in der Neuland-Werkstatt stattgefunden. An diesen Abenden stellten die Kandidaten im Wahlkreis Ravensburg ihr Programm für die anstehende Bundestagswahl am 24.September vor - und dies in leichter Sprache. Veranstaltet wurden das ganze von den Zieglerschen aus Wilhelmsdorf und der Landeszentrale für politische Bildung.

Im Wahlkreis Ravensburg gibt es sechs Politiker, vier davon waren jeweils auf den beiden Podiumsdiskussionen vertreten. Diese sind Agnieszka Brugger (Grüne), Heike Engelhardt (SPD), Axel Müller (CDU) und Benjamin Strasser (FDP). Helmut Dietz (AfD) und Jasmin Runge (Die Linken) waren zwar eingeladen, kamen jedoch nicht zu den Veranstaltungen.

Einen Abend lang haben die Politiker auf Fremdwörter verzichtet und den Besuchern dieser Wahlveranstaltung ihr diesjähriges Parteiprogramm in leichter Sprache vorgestellt. An dieser Wahl sind auch Menschen mit Behinderung beteiligt. Aus diesem Grund wurde diese Wahlveranstaltung in leichter Sprache abgehalten, denn oftmals ist das Wahlprogramm der Politiker schwer zu verstehen und nachzuvollziehen.

Die Moderation übernahm Lothar Plachetka in Wilhelmsdorf und Uwe Fischer in Aulendorf. Beide Moderatoren baten die Politiker ihr Wahlprogramm in leichter Sprache zu formulieren und forderten das Publikum bei Fragen gleich nachzuhaken. Denn dies bedeutet für die Politiker „Stopp, in leichter Sprache." Jeder der Politiker hatte zehn Minuten Zeit, sein Wahlprogramm vorzutragen und für sich und seine Positionen zu werben.

Engelhardt von der SPD liegen drei bestimmte Themen am Herzen: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Ihre Themen präsentierte sie überwiegend bildlich, sodass es für die Zuhörer leicht war ihr und ihrem Wahlprogramm zu folgen. Immer wieder verwies sie auf den Wahlkampf von SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz.
Müller, der der CDU angehört, erzählt, dass er Richter sei und Menschen bestrafe, die gegen das Gesetz verstießen. Er betonte immer wieder in seiner zehnminütigen Rede, dass er und die CDU finden, dass Frau Merkel „einen guten Job gemacht habe". Für Müller, der, wie er öfters betonte, einer christlichen, demokratischen Partei angehört, spiele der Glaube eine wichtige Rolle. Für ihn sind alle Menschen gleich, deshalb sollen auch Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
„Dort wo wir alle hinwollen, da bin ich schon", sagte Brugger von den Grünen. Brugger ist bereits seit acht Jahren im Deutschen Bundestag vertreten. Sie erzählte, dass sie viel reise und sich vor Ort von den Menschen informieren lasse. Und diese Wünsche und Anregungen versucht sie dann umzusetzen. Sie äußerte, dass ihr die Natur und Europa am Herzen liegen. Und übrigens: Ihre Partei - und sie schon immer – sind für die Ehe für alle.
FDP-Kandidat Strasser verdeutlichte, dass ihm der Internetausbau sehr am Herzen liege, denn dieser könne, so Strasser, drastische Folgen für unsere Wirtschaft haben, „wenn wir dies nicht umsetzen". Wie alle anderen nahm er in seine zehnminütige Vorstellung das Thema Bundesteilhabegesetz auf.

Am Ende waren alle zufrieden – Politiker wie Besucher. Ein Erfolg war es auch, dass die Politiker eine leichte Sprache verwendet haben. So war es für die Zuhörer leichter, der Podiumsdiskussion zu folgen.

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