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Gemeinsam für eine barrierefreie Stadt

09.05.2016 | Von Annette Scherer | Behindertenhilfe

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Die 12-jährige Nathalie trägt auf dem Markdorfer Dixiefest trotz der Hitze eine Skibrille, Gehörschutz, Handschuhe und Bleimanschetten. Sie will die Wirkung eines Alterssimulationsanzuges testen und ist am Ende überrascht von dem Ergebnis. (Foto: Annette Scherer)

Mit einem Aktionsstand zum Motto „Einfach für alle - gemeinsam für eine barrierefreie Stadt“, haben sich die Ambulanten Dienste der Zieglerschen anlässlich des Europäischen Protesttages für Menschen mit Behinderungen in Markdorf, Ravensburg und Aulendorf präsentiert. Unterstützung bekamen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zieglerschen an ihrem Stand in Ravensburg von Torsten Hopperdietzel, dem ehrenamtlichen kommunalen Behindertenbeauftragten für den Landkreis Ravensburg. In Markdorf kooperierten die Zieglerschen mit der St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau und dem Sozialverband VdK Ortsverband Markdorf.

Die 12-jährige Nathalie trägt auf dem Markdorfer Dixiefest trotz der Hitze eine Skibrille, Gehörschutz, Handschuhe und Bleimanschetten. Sie will die Wirkung eines Alterssimulationsanzuges testen und ist am Ende überrascht von dem Ergebnis. Neben ihr sitzt Christian, 29 Jahre alt. Er hat schon auf dem Rollstuhl Platz genommen, den ihm Fabienne Schnurr von dem Ambulanten Diensten der Zieglerschen anbietet. Direkt hinter Rolli-Fahrerin Michaela, die im Gegensatz zu Christian tagtäglich mit einem Rollstuhl unterwegs ist, will er den aufgebauten kleinen Parcours meistern. Mit ihrer jahrelangen Erfahrung ist Michaela heute eindeutig im Vorteil und genießt das auch. „Den musst du rückwärts anfahren“, erklärt sie ihrem unerfahrenen Mitfahrer bei einer erhöhten Gehwegkante und bewältigt das Hindernis- im Gegensatz zu Christian. „Ich hätte nicht gedacht, was so ein kleiner Absatz für einen Rollstuhlfahrer ausmachen kann und wie man sich in einer sitzenden Position fühlt, wenn alle anderen stehen“, resümiert Christian am Ende.

Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich an den Aktionsständen der Ambulanten Dienste der Zieglerschen zu informieren und viele beteiligen sich auch an der von Aktion Mensch gestarteten Aktion, die Barrierefreiheit der eigenen Stadt mit Aufklebern auf großen Smileys zu bewerten. „Eher mittelmäßig“ war am Ende das Votum der Besucher zur Barrierefreiheit sowohl von Markdorf als auch von Ravensburg.

„Ziel dieser Veranstaltung ist es, interessierte Bürger zu informieren und zu sensibilisieren. Menschen mit Behinderungen sollen und wollen zunehmend gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben. Dafür steht der jährliche Protesttag der Aktion Mensch, “ erklärt Ulrike Graf vom Büro der Ambulanten Dienste der Zieglerschen in Ravensburg. „Um Barrierefreiheit zu schaffen, braucht es die Gesellschaft und den Abbau der Barrieren in den Köpfen. Es sind nicht nur die abgesenkten Bordsteinkanten, die Menschen mit Behinderungen beeinträchtigen. Auch komplizierte Texte, zu wenige Gebärdensprachendolmetscher oder der sehr knappe Wohnraum für Menschen mit Behinderung sind Barrieren, die es abzubauen gilt. Zu Barrierefreiheit gehört auch die Möglichkeit, selbstverständlich am Freizeit- und Vereinsleben teilzunehmen und teilzuhaben, “ ergänzt Fabienne Schnurr vom Büro der Ambulanten Dienste der Zieglerschen in Kluftern.

    
Bilderstrecke: Gemeinsam für eine barrierefreie Stadt (2 Bilder).

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