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Keine Angst vor der Zukunft! Wie Sprache und auditive Wahrnehmung fördern?

Ansehen tut man den Kindern, die an der Leopoldschule in Altshausen unterrichtet werden, eine Behinderung  überhaupt nicht. Was unter Sprachstörungen, auditiven Verarbeitungsstörungen oder Hörstörungen zu verstehen ist, darüber sprach die Leiterin der Beratungsstelle der Schule Ilonka Siebert zu den Eltern der Kinder und Jugendlichen. Eingeladen zu diesem Informationsabend hatte der seit 2009 existierende Eltern-Förderverein in Zusammenarbeit mit der Leitung der Schule.
Sprachstörungen zeigen sich in Schwierigkeiten bei der Artikulation, beim Sprachverständnis oder Wortfindungsproblemen ( „die Kinder wissen eigentlich, was sie sagen wollen, aber sie kriegen es nicht richtig raus“).  Desgleichen kann es bei der Grammatik hapern ( warum heißt es : „das Heft liegt auf dem Tisch“, aber „ich lege das Heft auf den Tisch“ ?).
Zur eigentlichen auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung gehören zum Beispiel folgende Symptome: Zuerst die Unfähigkeit zu hören bei Störgeräuschen. Bis zu einer bestimmten Lautstärke ist unser Ohr in der Lage Störgeräusche auszublenden. Aber es gibt auch Menschen, die das nicht können. Vermehrte Anstrengung führt dann schnell zu Ablenkung und Ermüdung.
Das Richtungshören ist ein weiteres Merkmal ungestörten Hörens. Woher werde ich angesprochen und wie weit ungefähr ist es weg? Dies wahrzunehmen ist der gut Hörende in der Lage. Ebenso zum Hören mit beiden Ohren. Für kurze Zeit  kann er mit dem linken Ohr etwas anderes hören als mit dem rechten. 
Fehlen diese Fähigkeiten wird der junge Menschen Schwierigkeiten haben, Gesprächen zu folgen. Vor allem, er wird sich immer der lautesten Tonquelle zuwenden.

Was praktisch alle Schüler der Schule betreffe, so Ilonka Siebert, seien Defizite im Hörgedächtnis : Wie weit kann ich mir das merken, das nur über den Hörkanal in mein Bewusstsein tritt ?

Die Auswirkungen dieser Defizite auf den Schul - und den Familienalltag können immens sein. So zum Beispiel Störungen der kommunikativen Fähigkeiten, besonders bei komplizierteren Sachverhalten. Auch die Schriftsprache ist tangiert. Das Lerntempo und ganz allgemein die Lust am Lernen können in den Keller gehen. Möglicherweise leidet die Belastbarkeit und ganz generell die Entwicklung der Persönlichkeit.

Wie die Leopoldschule hier in vielfältiger Weise versucht, Hilfestellung zu leisten erläuterte Frau Boschert-Rittmeyer, Schulleiterin der Leopoldschule. In vielen Bereichen kann geholfen werden. Dennoch ist es wichtig, Strategien zu erlernen, um mit Einschränkungen leben zu lernen.
Der Weg aber vom „Ich kann das nicht so gut“ bis zum „aber dafür kann ich andere Sachen“ dieser Weg kann ein langer Weg sein.

Zum Abschluss des Abends berichteten drei Eltern, deren Kinder die Leopoldschule besuchen, von ihren Erfahrungen im Umgang mit den Problemen ihrer Kinder. Frau Menna, Herr Grießer und Frau Reimer beeindruckten die Zuhörer mit ihren sehr persönlichen und anschaulichen Berichten und konnten so den anwesenden Eltern Mut machen, zuversichtlich in die Zukunft ihrer Kinder zu blicken.


28.6.15

Rainer Kössl